"Wir setzen auf Branchenkenntnisse, Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit"

Ein Auszug aus dem Interview, welches Dr. Walter Fischer, heute Aufsichtsratsmitglied der Fischer Computertechnik FCT AG, anlässlich des 25-jähriges Firmenjubiläums 2010, Stefan Graf, Chefredakteur des eDM-Reports, gab.

Was waren die Gründe für die Unternehmensgründung vor 25 Jahren?

Dr. Fischer: Wir hatten bereits in den 80er Jahren an der Technischen Universität Darmstadt im Rahmen der Doktorarbeit eine bahnbrechende Software für die 3D-Visualisierung von Molekülen entwickelt und da entstand die Idee, mit der Entwicklung von Standardsoftware und Grafikprogrammen ein Unternehmen zu gründen. Wir sahen darin auch die Möglichkeit in der damals völlig neuen, innovativen Welt der Computer unsere Ideen von Produktentwicklung umzusetzen.

Wie sahen Ihre ersten Schritte in der Welt der Informationstechnologie aus; wo liegen Ihre Wurzeln?

Dr. Fischer: Begonnen hat alles im Mathematikstudium mit der Vorlesung „Numerik“ und im zugehörigen Praktikum mit Fortran 77 und Algol. Rechenzentrum und Lochkarten waren die Zauberworte und strahlten eine Faszination aus. Mit der Entwicklung von Programmbibliotheken für die Visualisierung und Simulation von biologischen Elementarprozessen wie zum Beispiel der Ionentransport durch Biomembrane während meiner Doktorarbeit an der TH Darmstadt hat alles angefangen. Aus dem Institut für physikalische Chemie heraus haben wir dann das Unternehmen gegründet.

Wie konnten Sie Ihre ersten Kunden überzeugen?

Dr. Fischer: Einer der wichtigsten Ansprüche war immer die Entwicklung eines „Softwareproduktes“, welches wir dann als solches verkaufen konnten. Dabei war unsere Spezialität seinerzeit die 2D- und 3D-Visualisierung von Prozessen und Strukturen. Die Funktionalität unsere Produkte und unser innovativen Lösungsansätze überzeugten schon damals die ersten Kunden aus der Chemischen Industrie und später im Maschinen- und Anlagenbau.

Welche Philosophie vertritt die Fischer Computertechnik GmbH?

Dr. Fischer: Heute stehen wir für innovative Lösungen im Bereich der Content-Management- und Redaktionssysteme mit hervorragenden Branchenkenntnissen im Maschinen- und Anlagenbau und in der Medizintechnik sowie für Bodenständigkeit und 25 Jahre Zuverlässigkeit. Unsere Philosophie ist es, unsere Erfahrung zum Nutzen unserer Kunden einzubringen. Dabei bestimmen effektive, harmonische Zusammenarbeit, persönlicher Respekt und Verantwortungsbewusstsein das Verhalten der Mitarbeiter untereinander wie gegenüber den Kunden.

Sie sind mit Software für Grafikvisualisierung, Grafikverwaltung, Zeichnungs- und Dokumentenverwaltung gestartet – heute bietet Ihr Unternehmen ein Redaktionssystem an; welche Entwicklung liegt dazwischen?

Dr. Fischer: Unser Anspruch war es stets Standardsoftware für komplexe Aufgaben für die fertigende Industrie zu liefern und pragmatische, anwenderorientierte Lösungen zu schaffen. Nachdem wir die spezifischen Workflows, das Änderungsmanagement sowie alle anderen Prozesse rund um die Verwaltung von Grafiken, Zeichnungen und Dokumenten voll abgedeckt hatten, haben wir unsere Herausforderung darin gesehen, auf dieser Basis Lösungen zu schaffen, die den Kunden nicht nur bei der Verwaltung von fertigen Dokumenten, sondern vielmehr den Erstellungs- und Publikationsprozess von modularisierten Dokumenten unterstützen. All unser Know-how aus den Management-Prozessen ist in das Redaktionssystem eingeflossen.

Wo sehen Sie die Vorteile Ihres Unternehmens und Ihrer Produkte gegenüber dem Wettbewerb?

Dr. Fischer: Einen entscheidenden Vorteil sehen wir in unserer Erfahrung in dem Bereich des Technischen Informations-Managements und in unserer historisch bedingten Nähe zu den Themen PLM/PDM wo wir ja auch herkommen. Das heißt, wir konzentrieren uns auf die Integration der redaktionellen Prozesse in die uns vertraute Umgebung der Produktentwicklung und des Engineerings, der Fertigung bis hin zum Service-Portal. Des Weiteren sehen wir eine großen Vorteil in der Flexibilität und Konfigurierbarkeit unserer Software, so dass wir trotz Standard dem Kunden eine maßgeschneiderte, individuelle Lösung bieten können und das zu einem attraktiven Preis.

Welche Trends zeichnen sich in der Technischen Dokumentation ab?

Dr. Fischer: Einiges habe ich oben schon angesprochen. Wichtig für uns ist die Integration der Technischen Dokumentation in die Unternehmensprozesse sowie in die IT-Landschaft. Dabei sehen wir eine zunehmende Bedeutung im Redaktionssystem als Drehscheibe alle relevanten Informationen im Bereich des Pre-Sales wie auch des After-Sales zu organisieren und für technische Dokumentationen, Service-Portale wie auch für Marketing-Kataloge, Online-Shops und Schulungsunterlagen zur Verfügung zu stellen. Um mit aktuellen Produktinformationen schnell am Markt agieren zu können, wird die Automatisierung weiter vorangetrieben.

(Auszug aus dem Interview anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2010)

Dr. Walter FischerDr. Walter Fischer, Gründer und heute Aufsichtsratsmitglied der Fischer Computertechnik FCT AG

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